Konstantin Restle, Bartolomeo Cristofori und die Anfänge des Hammerclaviers, Quellen, Dokumente und Instrumente des 15. bis 18. Jahrhunderts.
448 Seiten, 51 Abbildungen, 14 Tabellen, Faksimile-Anhang, Leinen, gr-8°;
ISBN 978-3-925801-07-5

Während das Cembalo seit seiner Wiederentdekkung durch französische Klavierbaufirmen im ausgehenden 19. Jahrhundert und durch intensive historische Untersuchungen einen festen Platz im heutigen Konzertleben einnimmt, gilt das Hammerklavier des frühen 18. Jahrhunderts, aber auch dasjenige Mozarts und Haydns nur als eine unvollkommene Vorstufe des modernen Konzertflügels. Es hat zu Unrecht noch immer den musikalischen Stellenwert eines Liebhaberinstruments.
Der Verlag Editio Maris - München freut sich deshalb, im Mozart-Jahr 1991 eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung präsentieren zu können. In ihr entkräftet der Autor nicht nur die bekannten Vorurteile gegenüber dem Forte-Piano, die meist aufgrund von Unkenntnis der existierenden Quellen bestehen, sondern zeigt vor allem, daß es Tasteninstrumente mit Hammermechanik schon seit dem 15. Jahrhundert gibt.
Zu Ende des 16. und während des ganzen 17. Jahrhunderts läßt sich in Italien eine rege Experimentiertätigkeit bei Clavieren allgemein, bei Cembali und bei Kombinationsinstrumenten feststellen, welche die Voraussetzung für spätere vollendete Modelle mit Hammermechanik ist. Die Entwicklung der Hammermechanik fand ihren Höhepunkt kurz vor 1700 bei dem Florentiner Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori, der frühe Versuche in seinem Heimatland aufgriff und in genialer Weise den Prototyp der modernen Klaviermechanik entwickelte. Diesem großen Klavierbauer verdanken wir im wesentlichen unseren heutigen Flügel.
Aus dem Inhalt: Besaitung von alten Tasteninstrumenten / Frühe Zeugnisse über Saitenclaviere (H. Poll, E. v. Cersne, G. Anselmi, P.Paulirinus, A. de Zwolle) / Instrumenti Pian e Forte in Ferrara M. Praetorius, M. Mersenne, Ath. Kircher, M. Todini, B. Cristofori, J. Marius, Chr. G. Schröter / Mensur und Mensurvariable bei Cembalo und Hammerclavier / Die erhaltenen Instrumente mit Hammermechanik (Bonafinis, Cristofori, Silbermann, Friederici, Socher, van Casteel, Ferrini) / Musik für das Hammerclavier / Statistische Untersuchungen zu Fragen der Mensur und der Mechanik / Physikalische Analyse und Darstellung der frühen Hammermechanik.
Der Text wird durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen, vierzehn meist ganzseitige Tabellen, aus denen die wichtigsten Maße der beschriebenen Tasteninstrumente übersichtlich hervorgehen, und einen Faksimile-Anhang mit der deutschen Übersetzung der italienischen Beschreibung Scipione Maffeis (1711) eines Hammerflügels von Bartolomeo Cristofori durch Johann Ulrich König (1725) abgerundet.

Ein Buch für alle Musikhistoriker und Instrumentenkundler, aber auch für Pianisten und Liebhaber alter Klaviere und Cembali, die tiefer in die Geschichte "ihres" Instruments eindringen wollen.

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