Kai Brodersen, Appians Abriß der Seleukidengeschichte (Syriake 45,232 - 70,369).
Text und Kommentar. München 1989. 255 S. Fadenheftung. Kart., gr-8°;
ISBN 978-3-925801-03-7

Appians Abriß der Seleukidengeschichte ist die einzige aus der Antike erhaltene Gesamtübersicht über die Geschichte dieser bedeutenden Dynastie mit nicht wenigen nur hier belegten historischen Nachrichten. Das vorliegende Buch sucht den Text auf einer neuen Grundlage (die im Vorgriff auf die Gesamtedition in den Oxford Classical Texts erscheint) philologisch, vor allem aber in einem Kommentar historisch zu erschließen. Dies ermöglicht differenzierte Aussagen über die Vorlagen und die Arbeitsweise Appians bei seinem Abriß und führt zu einer neuen Einschätzung seiner Werke als historische Quelle.

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BOIOTIKA. Vorträge vom 5. Internationalen Böotien-Kolloquium zu Ehren von Prof. Dr. Siegfried Lauffer.

Herausg. von Hartmut Beister und John Buckler. München 1989. 382 S., 69 Taf., Fadenheftung. Kart. gr-8°;
ISBN 978-3-925801-04-4
  • I. Philologie und Literatur:
    • S. Levin, The Accentuation of the Boeotian Dialect, according to the Berlin Papyrus of Corinna.
    • L. Prandi, Il duello di Xanto e Melanto (A proposito del frg.125 J di Ellaniko).
    • J. Pinsent, Boeotian Calendar Poetry.
    • P. A. Bernardini, Il proemio della Pitica XI di Pindaro e i culti tebani.
  • II. Geschichte:
    • St. Hiller, Die Stellung Böotiens im mykenischen Staatenverband.
    • S. C. Bakhuizen, The Ethnos of the Boeotians.
    • A. Schachter, Boiotia in the Sixth Century B.C.
    • R. J. Buck, Boiotian Historiography, 479-432 B.C.
    • E. Badian, Plataea between Athens and Sparta: In Search of Lost History.
    • C. Bearzot, Il ruolo di Eretria nella contesa attico-beotica per Oropo.
    • M. Sordi, Pelopida da Tegira e Leuttra.
    • H. Beister, Hegemoniales Denken in Theben.
    • J. Buckler, Pammenes, die Perser und der Heilige Krieg.
    • B. Gullath, Veränderung der Territorien boiotischer Städte zu Beginn der hellenistischen Zeit am Beispiel Thebens.
    • D. Henning, Böoter im ptolemäischen Ägypten.
    • A. Hurst, La prise de Thèbes par Alexandre selon Arrien.
    • L. Migeotte, L'aide béotienne à la libération d' Athènes en 229 a.C.
    • P. Roesch, L'aulos et les aulètes en Béotie.
    • Fr. R. Trombley, Boeotia in Late Antiquity: Epigraphic Evidence on Society, Economy, and Christianization.
  • III. Archäologie:
    • M. H. Munn, New Light on Panakton and the Attic-Boiotian Frontier.
    • G. Argoud, Digues du torrent de l'Amphiaraion d'Oropos.
    • A. Andreiomenou, Böotien in der Zeit von 1050-800 v.Chr.
    • J. Knauss, Die Wasserbau-Kultur der Minyer in der Kopais (Ein Rekonstruktionsversuch).
    • H. Kalcyk, Zur Besiedlung des Süd- und Westrandes der Kopais und die Ausdehnung des Sees in historischer Zeit.
    • J. Bintliff & A. Snodgrass, From Polis to Chorion in South-West Boeotia.
    • R. Morstein Kallet-Marx, The Evangelistria Watchtower and the Defence of the Zagara Pass.
    • P. Krentz, Athena Itonia and the Battle of Koroneia.
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Kai Brodersen, Appians Antiochike (Syriake 1 - 45, 231).

Text und Kommentar nebst einem Anhang: Plethons Syriake-Exzerpt. München 1991. 256 S. Fadenheftung. Kart. gr-8°;
ISBN 978-3-925801-06-8

Appians Syriake ist die einzige aus der Antike erhaltene Gesamtübersicht über die Geschichte der Seleukiden; nicht wenige historische Nachrichten sind nur hier belegt. Im Abriß der Seleukiden-geschichte (s.o. Bd.1) behandelt Appian die Geschichte der Dynastie von Seleukos I. bis Antiochos XIII., in der Antiochike die Auseinandersetzung Antiochos' III. d.Gr. mit Rom.
Die beiden Bände Brodersens, die nun die ganze Syriake umfassen, suchen den Text auf einer neuen Grundlage (im Vorgriff auf die Gesamtedition in den Oxford Classical Texts) philologisch, vor allem aber in einem Kommentar historisch zu erschließen. Dies ermöglicht differenzierte Aussagen über die Vorlagen und die Arbeitsweise Appians und führt zu einer neuen Einschätzung seines Wertes als historischer Quelle und damit auch der von Appian bewahrten historischen Nachrichten.
"Ein vorzügliches Hilfsmittel für jeden, der sich mit hellenistischer Geschichte befaßt." (Wolfgang Orth, Hist. Zeitschr. 254, 1992, 149f.)
"È grande merito di B. l'aver rivalutato un autore quasi sistematicamente trascurato ... Proprio la grande familiarità coll'autore e il minuzioso esame sulle fonti hanno permesso di compiere questa rivalutazione. ... Per concludere, si può solo augurare che anche gli altri scritti di Appiano trovino un'elaborazione così attenta ed equilibrata, tra l'altro scritta con piacevole vivacità ed acume nella argumentazione." (Barbara Scardigli, Atene e Roma 38, 1993, 55 f.)

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Antike Historiographie - Historische Geographie

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Nikolaus Mantel, Poeni foedifragi.

Untersuchungen zur Darstellung römisch-karthagischer Verträge zwischen 241 und 201 v.Chr. durch die römische Historiographie. München 1991, 168 S. Fadenheftung. Kart. gr-8°;
ISBN 978-3-925801-08-2

Die Studie überprüft den von Cato, Livius u.a.m. erhobenen Vorwurf karthagischer Vertragsbrüchigkeit an Hand v.a. der Darstellungen des Polybios, Livius und Appian. Die starken Entstellungen von Kontext und Inhalt der fünf römisch-punischen Verträge der 2. Hälfte des 3.Jh.s werden unterschieden nach Mißverständnissen und Dubletten einerseits, echten Umdeutungen und Verfälschungen (déformations historiques) andererseits; im letzteren Fall werden die zugrundeliegenden Absichten untersucht mit dem Ziel, die Diskussion über die Kriegsschuldfrage von 218 v.Chr. auf eine festere Grundlage zu stellen.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Antike Historiographie

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Hellenistische Studien.

Gedenkschrift für Hermann Bengtson. Herausg. von Jakob Seibert, München 1991, 166 S. Fadenheftung. Kart. gr-8°;
ISBN 978-3-925801-10-5

Inhalt:

  • H. H. Schmitt: Hermann Bengtson, 1909 - 1989.
  • E. F. Bloedow: Alexander the Great and those Sogdianaean Horses: Prelude to Hellenism in Bactria-Sogdiana.
  • Th. Fischer: Zur seleukidischen Verwaltung Palästinas im 2.Jh. v.Chr.
  • H. Heinen: Thoeris und heilige Fische. Eine neue griechische Inschrift für Ptolemaios X. Alexander I.
  • W. Huß: Gedanken zum Thema "'Staat' und 'Kirche' im ptolemaiischen Ägypten".
  • W. Orth: Die frühen Seleukiden in der Forschung des letzten Jahrzehnts.
  • H. H. Schmitt: Zur Inszenierung des Privatlebens des hellenistischen Herrschers.
  • J. Seibert: Zur Begründung von Herrschaftsanspruch und Herrschaftslegitimierung in der frühen Diadochenzeit.
  • K. Strobel: Die Galater im hellenistischen Kleinasien: Historische Aspekte einer hellenistischen Staatenbildung.
  • R. Urban: Die Kelten in Italien und in Gallien bei Polybios.
  • Schriftenverzeichnis Hermann Bengtson, 1974-1990.
  • Verzeichnis der bei Hermann Bengtson angefertigten Dissertationen.
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Sylvia Kreuter, Außenbeziehungen kretischer Gemeinden zu den hellenistischen Staaten im 3. und 2. Jahrh. v. Chr.

München 1992, 143 S. Fadenheftung. Kart. gr-8°;
ISBN 978-3-925801-12-9

Die eingehende Interpretation der meist inschriftlichen Quellen, v.a. der Bündnis-, Freundschafts-, Isopolitie- und Asylie-Verträge, zeigt in der Politik der meisten Poleis an Stelle der oft angenommenen einheitlichen Linien einen stetigen Wechsel der Außenbeziehungen zu den Ptolemäern, Seleukiden, Attaliden, Antigoniden und zu Rhodos auf. Die offenbar recht eigenständige Außenpolitik wurde stärker als bisher vermutet durch innerkretische Konstellationen, eher indirekt durch Machtverschiebungen unter den hellenistischen Groß- und Mittelmächten bestimmt.
"Kein anderes Kapitel der kretischen Geschichthe ist so oft und eingehend studiert worden wie die kretisch-ägyptischen Beziehungen; daß es gerade hier der Verf. gelingt, ein neues und differenziertes Bild zu zeichnen, verdient Anerkennung … K. zeigt … ihre Stärke in der kritischen Überprüfung der bisherigen Forschung … gründliche Analyse der Quellen und nüchterne Kritik der bisherigen Forschung … ausgewogenes Urteil … die Forschung wesentlich weiterbringt … " (A. Chaniotis, Gnomon 68, 1996, 228-232).

Interessengebiete: Alte Geschichte - Epigraphik - Völkerrechtsgeschichte.

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Tanja Susanne Scheer, Mythische Vorväter. Zur Bedeutung griechischer Heroenmythen im Selbstverständnis kleinasiatischer Städte.

München 1993, 376 S. mit 25 Abb. auf 6 Taf. und 18 Stammbäumen, Fadenheftung, kart., gr-8°;
ISBN 978-3-925801-13-6

Der 1. Teil der Arbeit widmet sich der Definition von Mythos und Sage und ihrer Stellung und Funktion in der Gesellschaft des griechischen Mutterlandes. Der 2. Hauptteil erweitert die Fragestellung auf Kleinasien, analysiert den Umgang kleinasiatischer Städte mit den mythischen Stoffen und zeigt, wie oft nur oberflächlich hellenisierte Siedlungen versuchen, ihre dunkle Vergangenheit durch homerische Helden zu adeln und sich damit verwandtschaftlich einzubinden in das "mythische Koordinatensystem", das das Weltbild der Griechen prägt. Eine detaillierte Analyse der literarischen und archäologischen Zeugnisse für den Telephos-Mythos zeigt, wie dieser von der spätarchaischen Zeit bis zum Hellenismus allmählich ausgebaut und schließlich in Pergamon dem Legitimationsbedürfnis der Attaliden-Dynastie dienstbar gemacht wird. Zahlreiche Städte in Südkleinasien (bes. in Pamphylien und Kilikien) greifen zurück auf Erzählungen wie die vom Wanderzug griechischer Seher wie Kalchas und Mopsos, die nach der Einnahme Trojas als Städtegründer tätig gewesen seien; besonders der Alexanderzug und das Panhellenion Hadrians sind Auslöser und Fixpunkte einer "mythischen Konkurrenz" dieser Städte, die durch Vereinnahmung möglichst vieler vornehmer mythischer Überlieferungsstränge rivalisieren. Nicht die Frage nach dem historischen Kern des griechischen Mythos, nach seiner historischen Tragfähigkeit erweist sich also für den modernen Historiker als fruchtbar, sondern die Frage, weshalb die Vorstellungen der griechischen Antike von ihrer Vergangenheit so und nicht anders aussahen, von Griechen und Kleinasiaten so gestaltet und überliefert worden sind.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Klassische Archäologie - Religionsgeschichte

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Susanne Baumgart, Die Bischofsherrschaft im Gallien des 5. Jahrhunderts.

Eine Untersuchung zu den Gründen und Anfängen weltlicher Herrschaft der Kirche, München 1994, 220 S., Fadenheftung, Kart., gr.-8°;
ISBN 978-3-925801-16-7

Die erste zusammenfassende Untersuchung des Phänomens Bischofsherrschaft in Gallien, das die in späteren Jahrhunderten weit verbreitete kirchliche Herrschaft über weltliche Territorien einleitete, wird in der vorliegenden Untersuchung unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Ursachen in neue Zusammenhänge gerückt. Die Aufteilung nach verschiedenen Ursachenfeldern (Recht, Kirchenrecht, Außenpolitik, Soziale Situation, Theologie) ermöglicht eine neue Sicht dieses Zeitalters in Gallien, in dem römische Staatlichkeit über das Zwischenstadium der geistlichen Herrschaft in germanische Staatlichkeit übergeführt wurde.
"Susanne Baumgart hat in ihrer Münchener Dissertation die Entwicklungsstränge, die zu der Umstrukturierung des gallischen Episkopats führten, umsichtig analysiert. Themen, wie z.B. Kirchenasyl, politisches Engagement von geistlichen Würdenträgern, oder die Entwicklung bischöflicher Stadtherrschaft werden nach ihren staatsrechtlichen und allgemein kirchlichen Voraussetzungern hinterfragt. .. fächerübergreifende, erhellende Studie ..." (Erbe und Auftrag. Benedikt. Monatsschrift 71, 1995, 514f.)

Interessengebiete: Alte Geschichte - Mittelalterliche Geschichte - Kirchengeschichte

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Ursula Händl-Sagawe, Der Beginn des 2. Punischen Krieges.

Ein historisch-kritischer Kommentar zu Livius Buch 21. München 1995, 432 S. einschl. 12 Karten, Fadenheftung, Kart., gr.-8°,
ISBN 978-3-925801-15-0

Das 21. Buch, in dem Livius Vorgeschichte, Ausbruch und erste Kämpfe des Hannibalischen Krieges schildert, wird in 17 nach sachlichen und erzähltechnischen Gesichtspunkten gewählten Großabschnitten kommentiert. Dabei dominiert der historisch-kritische Leitaspekt über die spekulative 'Quellenforschung'. Methodisch geht der Kommentar deshalb vom Vergleich der livianischen Überlieferung mit den Parallelquellen aus. Die einzelnen Traditionen werden auf dem Hintergrund der vorliegenden Forschung interpretiert und auf ihre Glaubwürdigkeit hin untersucht. Damit gewinnt das 21. Buch als historische Informationsquelle und allgemein Livius als Historiker und Erzähler schärferes Profil.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Antike Historiographie

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Harald Nottmeyer, Polybios und das Ende des Achaierbundes.

Untersuchungen zu den römisch-achaiischen Beziehungen ausgehend von der Mission des Kallikrates bis zur Zerstörung Korinths. München 1995, 189 S., Fadenheftung, Kart., gr.-8°,
ISBN 978-3-925801-19-8

Polybios zufolge soll der achaiische Gesandte Kallikrates 180 v.Chr. seinen Auftrag mißbraucht haben, indem er seine innenpolitischen Gegner als Widersacher Roms hinstellte und den Senat aufforderte, gegen sie vorzugehen; dies habe die Beziehungen des Bundes zu Rom verschlechtert und zur Verbannung zahlreicher achaiischer Politiker i. J. 167 und letzten Endes zur Katastrophe von 146 v.Chr. geführt. Diese Behauptung des Polybios, der als Gegner des Kallikrates unmittelbar betroffen war, wird in Nottmeyers Buch kritisch überprüft. Die detaillierte Untersuchung der römisch-achaiischen Beziehungen von 196 bis 164 v.Chr. zeigt, daß diese - entgegen der Auffassung des Polybios - schon bald nach ihrem Beginn äußerst konfliktbehaftet waren. Dabei werden die unterschiedlichen Vorstellungen und Verhaltensweisen der politischen Gruppierungen gegenüber Rom analysiert.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Antike Historiographie

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Christoph Leidl, Appians Darstellung des 2. Punischen Krieges in Spanien (Iberike c.1-38 §1-158a).

Text und Kommentar, München 1996, 332 S., 2 Karten, Fadenheftung. Kart., gr-8°;
ISBN 978-3-925801-20-4

Der 2. Punische Krieg stellte für Appians geographisches Gliederungsprinzip die erste große Bewährungsprobe dar: Entsprechend den Schauplätzen in Italien, Spanien, Sizilien und Afrika (und z. T. Griechenland) verteilte er die Ereignisse auf verschiedene Bücher seines Werkes (Iberike, Annibaike, Sikelike, Karchedonike/Libyke, Makedonike). Doch bilden in jedem dieser Bücher die Ereignisse dieses historischen Zeitraums einen darstellerisch in sich geschlossenen Abschnitt. In der Iberike nehmen nach einer kurzen geographisch-ethnographischen Einleitung die Geschehnisse auf dem spanischen Kriegsschauplatz vom Übergang des Hamilkar nach Spanien 237 v.Chr. über den Ausbruch des Krieges bis zum Abschluß des Feldzuges des Scipio Africanus (206 v.Chr.) das erste Drittel des Buches ein. Leidl arbeitet Appians Vorgehensweise bei der Strukturierung seines Materials am Beispiel des 2. Punischen Krieges heraus und macht diese Ergebnisse für die Erklärung des Textes fruchtbar. Die zeitbezogenen Elemente in der Sichtweise Appians, etwa bei der Bewertung der Persönlichkeit des Scipio, und seine literarische Stellung als Historiker des 2. Jh.s n.Chr. werden sichtbar. Appians Darstellung kann, da Polybios für einen Großteil des beschriebenen Zeitraums nur fragmentarisch erhalten ist und die Überlieferung bei Livius gerade zu Spanien oft besonders verwirrt ist, einerseits als Korrektiv dienen, andererseits liefert sie - etwa in der Frage des Kriegsausbruchs - ein instruktives Beispiel für die Tendenzen in dem Prozeß der Umformung historischer Tradition. Die historische Kommentierung widmet sich topographischen und chronologischen ebenso wie diplomatischen und militärischen Problemen. Besonderer Wert wird zudem auf den Zusammenhang von sprachlicher Erläuterung und historischer Erklärung des Textes gelegt, der in einer neuen kritischen Ausgabe vorgelegt wird. Die Beurteilung des Wertes Appians als Quelle für den 2. Punischen Krieg und für das Geschichtsbewußtsein der Kaiserzeit soll mit diesem Kommentar auf eine breitere Grundlage gestellt werden.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Antike Historiographie - Historische Geographie

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Andreas Weileder, Valerius Maximus. Spiegel kaiserlicher Selbstdarstellung

München 1998, 378 S., Fadenheftung, Kart., gr-8°
ISBN 978-3-925801-26-6

Die Sammlung "denkwürdiger Taten und Worte", die Valerius Maximus zur Zeit des Kaisers Tiberius verfaßte, war in Mittelalter und Renaissance eines der am meisten gelesenen antiken Werke. Erst jüngst hat die Forschung diesen Autor wiederentdeckt und ihn in Hinblick auf Rhetorik und Ethik untersucht. Er ist neben Velleius Paterculus der einzige Prosaschriftsteller, der unter Tiberius schrieb und veröffentlichte. Mit Valerius steht ein unmittelbarer Zeuge für diese Epoche zur Verfügung. Aus seiner Beispielsammlung kann der geistige Standpunkt des Autors und seine Haltung zur offiziellen kaiserlichen Darstellung erschlossen und ein umfassendes Bild des geistigen Klimas der frühen Kaiserzeit unter Tiberius gezeichnet werden.
Die vorliegende Arbeit gibt zunächst einen ausführlichen Überblick über die Forschungsgeschichte und das Werk des Valerius. Im Hauptteil wird seine Beispielsammlung speziell daraufhin untersucht, welches Bild der römischen Herrschaft der Autor einem antiken Leser zur Zeit des Tiberius vermittelte. Aspekte, welche die weltweite Ausdehnung römischer Herrschaft betreffen, werden ebenso behandelt wie der Erwerb der Macht, sowohl hinsichtlich der Methoden, Herrschaft zu gewinnen und zu erweitern, wie auch der einzelnen Stufen in der Entwicklung Roms von der Gründung durch Romulus bis zum Weltreich unter Tiberius. Besonders auffällig ist dabei die Betonung der militärischen Seite römischer Herrschaft.
Das Werk des Valerius wird hier mit historischen und philologischen Fragestellungen erschlossen. Somit werden zahlreiche Passagen des Autors sowohl unter inhaltlichen als auch sprachlichen Gesichtspunkten behandelt, so daß diese Arbeit, die auch mit einem ausführlichen Stellen- und Eigennamenverzeichnis versehen ist, eine Art ,Kommentar zu Valerius' darstellt.

Interessengebiete: Alte Geschichte - Klassische Philologie - Antike Historiographie.

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