Petra Hesse, Kunstreich & Stylgerecht

Die Paramentenstickereien der Schwestern vom armen Kinde Jesus aus Aachen und Simpelveld (1848-1914)

362 Seiten, 54 Farb- und 228 S/W-Abbildungen, Karten, Diagramme, Tabellen, Glossarien und Kurzbiographien der Stickerinnen und Malerinnen der Konregation, 20 x 29 cm, Hardbound, München 2001
ISBN 978-3-925801-28-0

Ein Beitrag zum sakralen Kunsthandwerk des Historismus im Rheinland.

Die Schwestern vom armen Kinde Jesus waren die Wegbereiterinnen der am Mittelalter orientierten Paramentenstickerei in Deutschland. 1848 gründeten sie zunächst in Aachen und später auch in anderen Städten Ateliers für kirchliche Stickereien, die technisch und künstlerisch auf höchstem Niveau arbeiteten.
Bereichert durch einen opulenten Abbildungsteil und einen Katalog mit einer umfangreichen technologischen und wissenschaftlichen Bestandsaufnahme gibt das Buch einen Überblick über die kirchliche Textilkunst des Historismus. Es dokumentiert facettenreich die Entstehung, Entwicklung und Arbeitsweise einer der bedeutendsten Paramentenwerkstätten des 19. Jahrhunderts und vermittelt ein eindrucksvolles Bild kirchlich-liturgischer Reformbemühungen im Spannungsfeld zwischen Mittelalterbegeisterung und preußischem Kulturkampf.
Mit Hilfe des reichen, bislang völlig unbearbeiteten Quellenmaterials im Archiv der Kongregation und der in 69 Kirchen, Klöstern und Museen in Deutschland, Belgien, Ungarn und in den Niederlanden aufgespürten Arbeiten aus den Werkstätten der Schwestern hat die Autorin eine Fülle von neuen Erkenntnissen zur Paramentenforschung des Historismus zusammengetragen. Im Vordergrund stehen hierbei die Untersuchungen zu Organisation und Arbeitsbetrieb der Werkstätten, den Auftraggebern, der künstlerischen Betreuung, den Entwurfszeichnern, dem ikonographischen Programm sowie der Auswahl und dem praktischen Umgang mit den künstlerischen Vorbildern und Vorlagen, nach denen die Schwestern gearbeitet haben. Einen historischen Überblick geben zudem die Darstellungen zur Reform der kirchlichen Textilkunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zur karitativen Bewegung in Aachen, in deren Kontext die Gründung und Entwicklung der Schwesternkongregation vom armen Kinde Jesus zu sehen sind.
Eingereiht in die „Veröffentlichungen des Bischöflichen Diözesanarchivs Aachen", Band 47, leistet dieses Werk einen bedeutenden Beitrag zum sakralen Kunsthandwerk des Historismus im Rheinland und will jeden ansprechen, der Freude und Interesse an Textilien und Schönem hat.

Die Autorin ist Kustodin an den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim, Bereich Textilien.

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